Denkwerkstadt 2026: Netze knüpfen, die tragen
21.10.2026

21.10.2026

Städte sind soziale Orte. Damit sie das im Wandel bleiben, braucht es Verbindungen zwischen unterschiedlichen Lebenswelten. Stadtmarketingorganisationen übernehmen seit jeher eine solche Vernetzungsrolle. Wie sie bislang wenig beachtete Gruppen erreichen und den demokratischen Zusammenhalt stärken können, war Thema der 15. Denkwerkstadt von Stadtmarketing Austria in Steyr.
Wie Menschen arbeiten, wohnen und einander begegnen, verändert sich, und damit auch das Zusammenleben in unseren Städten. Dabei finden nicht alle Lebenswelten gleichermaßen Beachtung. Wo Menschen sich übersehen fühlen, stehen auch Vertrauen und demokratischer Zusammenhalt auf dem Spiel.
Bei der 15. Denkwerkstadt des Dachverband Stadtmarketing Austria in Steyr hinterfragten Stadtmarketingverantwortliche aus ganz Österreich ihren Blick auf die Stadtgesellschaft: Mit wem stehen wir regelmäßig in Kontakt? Welche Perspektiven fehlen uns? Und über wen sprechen wir, ohne mit ihnen zu reden?
„Im Wandel unserer Städte ist die verbindende Rolle des Stadtmarketings wichtiger denn je. Wir bringen Menschen zusammen, stärken Beziehungen und sollten verstärkt auch den Kontakt zu jenen suchen, die wir bisher weniger im Blick hatten“, sagt Vizepräsidentin Daniela Limberger, die gemeinsam mit Vorstandsmitglied Edgar Eller das Programm der Denkwerkstadt kuratiert hat.
Eller ergänzt: „Menschen dürfen nicht das Gefühl bekommen, in ihrer Stadt nicht mehr vorzukommen. Das ist auch eine demokratiepolitische Aufgabe. Und sie wird eine der zentralen Zukunftsaufgaben unserer Branche sein.“

Impulse zum Thema lieferten die Kultur- und Sozialanthropologin Bettina Ludwig, die Stadtplanerin und Historikerin Constanze Wolfgring sowie der Journalist und Autor Robert Misik.
„Gemeinschaft ist keine Ergänzung, sie ist immer Infrastruktur“, betonte Bettina Ludwig bei der Denkwerkstadt. Menschen brauchen Zugehörigkeit und die Möglichkeit, selbst etwas beizutragen. Für eine Stadt ist deshalb entscheidend, ob ihre Bewohnerinnen und Bewohner sich als bedeutungsvoller Teil des gemeinsamen Lebens erfahren.
Ludwig regte einen Perspektivwechsel an: Neben der Frage, was Menschen brauchen, sollte stärker jene stehen, was sie einander geben können. Zugehörigkeit entsteht durch die Möglichkeit, sich einzubringen und mit dem eigenen Beitrag Teil einer Gemeinschaft zu sein. Daraus ergibt sich die Frage, welche Strukturen Menschen dieses Geben und Mitgestalten ermöglichen.
Welche Hürden einer solchen Teilhabe im Weg stehen, beleuchtete Constanze Wolfgring. Zeit, Geld, Betreuungspflichten, Sprache oder fehlendes Vertrauen in Institutionen beeinflussen, wer sich beteiligen kann. Eine Einladung allein genügt deshalb oft nicht, um Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten zu erreichen. Ein von Wolfgring vorgestellter Zugang lautet: „Aufsuchen statt einladen.“
Das bedeutet, Menschen dort kennenzulernen, wo ihr Alltag stattfindet. Bestehende Gemeinschaften und lokale Vertrauenspersonen können dabei Zugänge eröffnen. Wer zuhört, erfährt, welche Anliegen Menschen haben, was sie bereits selbst organisieren und wo sie Unterstützung brauchen.
Robert Misik übersetzte den Begriff der Arbeiterklasse in die Gegenwart und zeigte, wie vielfältig die damit verbundenen Lebenswelten heute sind. Das eröffnete neue Perspektiven auf Menschen, die in der Stadtplanung und im Stadtmarketing bislang möglicherweise zu wenig erreicht werden.
Für Stadtmarketing ergibt sich daraus eine Aufgabe, die über bestehende Netzwerke hinausreicht: Kontakte zu bisher wenig beachteten Gruppen aufbauen, Menschen miteinander verbinden und Initiativen unterstützen, die aus der Stadtgesellschaft selbst entstehen.

Die 15. Denkwerkstadt fand vom 11. bis 14. Oktober 2026 im Museum Arbeitswelt in Steyr statt. Begegnungen mit engagierten lokalen Akteurinnen und Akteuren sowie Einblicke in Steyrs Arbeitergeschichte ergänzten die gemeinsame Reflexion der eigenen Arbeit. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Stadtmarketing Verbindungen über die bekannten und oft gleichen Kontakte hinaus knüpfen und damit den demokratischen Zusammenhalt stärken kann.
Deutlich wurde dabei: Tragfähige Verbindungen brauchen Zeit, persönlichen Kontakt und die Bereitschaft, über die vertrauten Kreise hinauszugehen.
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Weil wir gezeigt haben, dass „Miteinander“ mehr bringt. Im Miteinander machen Sie für Ihren Standort das Mögliche zum Machbaren. Wir unterstützen Sie dabei mit Know-how, das sich in der Praxis bewährt hat, mit Weiterbildung, die neue Perspektiven eröffnet sowie mit Erfahrungsaustausch, der Sie in Ihrer Rolle stärkt.
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