Lernen von Südtirol: Neue Ansätze für Ortsentwicklung und Handel
16.03.2026

16.03.2026

Eine Delegation aus Österreich besuchte in Bozen erfolgreiche Beispiele der Orts- und Handelsentwicklung. Organisiert wurde der Praxistag von der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Tirol, dem Dachverband Stadtmarketing Austria und dem Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol (hds).
Was funktioniert in Südtirol anders? Und was können Städte in Österreich daraus lernen? Mit dieser Frage reiste die Delegation nach Bozen. Der Austausch kommt nicht von ungefähr: Mit Sterzing, Brixen und dem Handels- und Dienstleitungsverband Südtirol (hds) sind bereits mehrere Organisationen aus der Region Mitglieder im Netzwerk von Stadtmarketing Austria. Der Praxistag bot daher Gelegenheit, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue zu knüpfen.
Im Mittelpunkt der Reise stand der Blick auf konkrete Beispiele: das Kompetenzzentrum für Ortsentwicklung im NOI Techpark, digitale Instrumente zur Analyse von Besucherströmen oder Strategien, mit denen Gemeinden ihre Ortskerne und Stadtquartiere gezielt weiterentwickeln.
„Der Blick über regionale Grenzen hinweg liefert wertvolle Inspiration und zeigt, welche Konzepte in anderen Städten erfolgreich funktionieren“, sagt Michael Gsaller, Präsident des Dachverbandes Stadtmarketing Austria. „Wir stehen beiderseits der Grenze vor ähnlichen Herausforderungen. Gleichzeitig gibt es auch Unterschiede, etwa durch die Zweisprachigkeit in Südtirol, die zusätzliche Perspektiven und kulturelle Einflüsse in die Ortsentwicklung bringt.“

Erste Station war der NOI Techpark in Bozen. Der 2017 gegründete Technologie- und Wissenschaftspark hat sich in kurzer Zeit zu einem der erfolgreichsten Innovationsstandorte Europas entwickelt und beherbergt neben Unternehmen und Start-ups auch Forschungsinstitute, Kompetenzzentren und die Universität Bozen. Mehr als 2.200 Menschen arbeiten dort an Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Standortentwicklung.
Der hds betreibt dort sein Kompetenzzentrum für Ortsentwicklung, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Die österreichische Delegation erhielt Einblicke in Projekte zur datenbasierten Analyse von Besucherströmen und zur Entwicklung von Handelsstandorten und Ortszentren.
„Mit Projekten wie der Geoanalyse zeigen wir, wie Daten und digitale Instrumente helfen können, Handelsstandorte besser zu verstehen und Ortszentren gezielt weiterzuentwickeln“, erklärt Philipp Moser, Präsident des hds.
Die Geoanalyse ist eine digitale Landkarte Südtirols, mit der Frequenzen und Passantenströme sichtbar gemacht und mögliche Auswirkungen von Projekten simuliert werden können. Gemeinden erhalten damit eine fundierte Basis für Standortentscheidungen, während Betriebe besser abschätzen können, wo sich neue Ansiedlungen oder Entwicklungen lohnen. Ein solches Instrument wäre auch für österreichische Städte interessant, um Besucherströme besser zu verstehen und Entwicklungen frühzeitig abzuschätzen.

Weitere Einblicke bot die Gemeinde Schlanders, die ihre Aktivitäten zur Ortsentwicklung vorstellte. Die rund 6.000 Einwohner zählende Gemeinde im Vinschgau gilt als Beispiel dafür, wie Gemeinden ihre Ortszentren aktiv weiterentwickeln können.
„Beeindruckend war zu sehen, wie in Schlanders Initiativen aus der Gemeinde selbst entstehen und mit großem lokalem Engagement getragen werden“, sagt Michael Gsaller. „Das zeigt, wie viel Bewegung entstehen kann, wenn eine Gemeinschaft gemeinsam an der Zukunft ihres Ortes arbeitet.“
Auf großes Interesse stieß zudem die Akademie für Orts- und Stadtentwicklung in Südtirol. Seit 2022 vermittelt sie in mehreren Seminarblöcken Grundlagenwissen für eine nachhaltige Entwicklung von Städten und Gemeinden. Experten aus dem In- und Ausland behandeln Themen wie Stadt- und Standortentwicklung, Tourismus, Marketing, Mobilität oder Umwelt. Ein solches strukturiertes Weiterbildungsangebot für Orts- und Stadtentwicklung gibt es in Österreich bislang in dieser Form nicht.

Auch das neue Stadtquartier WaltherPark in Bozen stand auf dem Programm der Delegation. Das im Herbst 2025 eröffnete Projekt hat auf einem Areal zwischen Bahnhof und Altstadt ein neues innerstädtisches Quartier mit Handel, Gastronomie, Büros und Wohnraum entstehen lassen.
Für die österreichische Delegation bot der Besuch einen Einblick, wie ein solches Projekt neue Impulse für die Stadtentwicklung setzen kann – und wie sich ein neues Handelsquartier im Zusammenspiel mit der bestehenden Altstadt positioniert.
„Wenn wir Erfahrungen und Ideen teilen, profitieren alle Beteiligten, insbesondere, wenn es darum geht, unsere Orts- und Stadtzentren attraktiv und lebendig zu halten und den stationären Handel zu stärken“, schließt Roman Eberharter, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Tirol.
Die ganze Presseaussendung samt Fotos hier zum Download.
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